Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Kleine Wohneinheiten sind besonders gefragt. Es bedarf neuer Konzepte. Um den Bedarf sachgerechter Beurteilen zu können, haben wir beantragt den Bedarf abzufragen.
Nachfolgenden Antrag haben wir daher an den Rat gestellt:
Der Rat möge folgendes beschließen;
Die Verwaltung führt eine Bedarfsanalyse zur Abfrage des Bedarfs an alternativen Wohnformen für bezahlbares Wohnen durch.
Begründung:
Der Bedarf an Wohnraum und vor allem an bezahlbarem Wohnen ist in den letzten Jahren immer mehr gestiegen. Somit wurde am 02. Juli 2019 der „Masterplan Wohnen“ vom Rat der Gemeinde Niederkrüchten beschlossen. Dieser Plan sieht unter anderem vor, „kleinteiligen Wohnraum“ zu schaffen. Daher sollte auch die Möglichkeit bestehen, den Bürgerinnen und Bürgern eine „alternative Wohnform“ anzubieten.
Das Wohnen in sogenannten Minihäusern, „alternative Wohnform“, erfreut sich zunehmend der Beliebtheit bei immer mehr Menschen, vornehmlich bei Singles (junge und alte Menschen) oder Zwei-Personenhaushalten, da sich das Leben auf kleinerem Raum einfacher gestalten lässt. Außerdem besteht die Möglichkeit, möglichst ressourcenschonend und ökologisch zu bauen, da die Größe des Minihauses überschaubar ist und somit Materialverbrauch und Baukosten gesenkt werden.
Sogenannte Minihäuser (Tiny-Houses, sowohl mobil als auch stationär nutzbar, oder auch Small-Houses) haben in der Regel eine maximale Wohnfläche von 15 bis 50 Quadratmetern. Die Baukosten können je nach Größe und Ausstattung zwischen 15.000,00 € und 70.000,00 € betragen, so dass sie zu einem erschwinglicheren Preis, im Gegensatz zu Einfamilienhäusern, erworben werden können.
Durch Ihre Größe beanspruchen die Minihäuser nur eine sehr kleine Grundstücksfläche von ca. 200 qm. Zudem können sie mit wenigen Ressourcen errichtet werden und versiegeln nur wenig Fläche. Auf bestimmte Zeit können somit auch Baulücken gefüllt werden.
Mögliche Durchführung der Abfrage:
Das Interesse an einer Parzelle für ein Tiny-House/Small-House könnte unter Nennung weniger Angaben (Name, Wohnort, Email-Adresse) formlos bekundet werden. Um die Vorstellungen und Wünsche bzw. den Bedarf und die Rahmenbedingungen für eine solche „Wohnform“ näher einschätzen zu können, könnte folgender Fragenkatalog formuliert werden:
1. Möchten Sie ein stationäres Tiny-House/Small-House oder ein mobiles Haus realisieren?
2. Mit wie vielen Personen möchten Sie in dem Tiny-House/Small-House leben? Ist ein Kind dabei?
3. Was sind Ihre Vorstellungen zur Lage im Gemeindegebiet bzw. den Qualitäten des umliegenden Lebensraums?
4. Was sind Ihre Vorstellungen zur Wohnfläche oder Grundstücksgröße?
5. Besteht ein Interesse an Angeboten, die gemeinschaftlich nutzbar sind? Welche sind dies?
6. Stellen Sie sich ein Tiny-House/Small-House bzw. eine Tiny-House/Small-House Siedlung mit besonderen Komponenten für eine ökologische, ressourcen- und klimaschonende Bau- und Lebensweise vor? Welche sind dies?
7. Brauchen Sie (zwingend) einen PKW-Stellplatz / Gemeinschaftsstellplatz?
8. Wann würden Sie voraussichtlich die Parzelle für das Tiny-House/Small-House benötigen (z. B. eher in bis zwei Jahren, in zwei bis fünf Jahren oder danach?)
9. Mit welchem zeitlichen Horizont würden Sie derzeit die Parzelle nutzen wollen? (z. B. eher 10-15 Jahre oder dauerhaft)
10. Ist Ihr Interesse an einer Tiny-House-Parzelle auf eine bestimmte Art der Grundstücksvergabe beschränkt? (z. B. Erwerb von Eigentum, pachten, etc.)
11. Falls Sie in der Gemeinde Niederkrüchten wohnen: Würden Sie Ihre jetzige Unterkunft mit Nutzung des Tiny-Houses/Small-Houses frei machen? (z. B. aus Mietwohnung ausziehen, Haus oder Eigentumswohnung verkaufen)
Die Abfrage könnte auf der Internet-Seite der Gemeinde erfolgen. In den sozialen und „örtlichen“ Medien könnte darauf hingewiesen werden, dass diese Abfrage gestartet wurde.
Anmerkung/ Quelle:
SessionNet | Tiny-House Siedlung in Haan
Fragenkatalog in Anlehnung an die Beschlussvorlage Nr. 61/024/2021 der Stadt Haan





