Niederkrüchten gedenkt der 5 ermordeten Zwangsarbeiterinnen.
An der Hauptstraße Ecke Heinrichstraße stand bis 1977 die "Walderhalle". Dort waren 1944 viele Zwangsarbeiterinnen zumeist aus Osteuropa untergebracht. Für 5 von Ihnen war es die letzte Wohnstätte. Sie wurden von der Gestapo im Wald bei Varbrook erschossen und verscharrt. Um diesen zu Gedenken und damit gleichzeitig anzumahnen, dass ein derartiges menschenunwürdiges Unrecht nie wieder in Niederkrüchten und am besten auch sonst nirgendwo geschieht wurden jetzt im Bürgersteig vor der ehemaligen Walderhalle 5 Stolpersteine verlegt. Diese Aktion wurde von Herbert Hochheimer 2025 mit seinem Antrag an die Gemeinde auf den Weg gebracht. Einstimmig hat sich der Rat diesem Ansinnen angeschlossen. Es gibt immer weniger Zeitzeugen. Daher ist es wichtig die Erinnerung an die Opfer erkennbar zu halten, da niemand, der es erlebt hat, mehr für diese sprechen kann. Die Stolpersteine im Gehweg sollen uns ermahnen, dass jedes Menschleben gleich viel zählt, jeder Mensch würdevoll zu behandeln ist und dass Hass und Hetze gegen Menschen, die "anders" sind, nicht angebracht ist. Neben den Stolpersteinen ist auch eine Gedenktafel angeracht mit weiteren Informationen und der Möglichkeit auch im Internet sich weiter zu informieren.
Auf dem Friedhof in Niederkrüchten wurde auch ein Mahnmal für diese 5 Frauen, sicher aber auch für alle Opfer des Nationalsozialismus, enthüllt. Nachdem die Frauen 1944 im Wald bei Varbrook erschossen und menschenverachtend einfach verscharrt wurden, hat es bis 1953 gedauert, bis die Gebeine der Frauen auf dem Friedhof in Niederkrüchten beigesetzt wurden. Herbert Hochheimer hat dies in seine Rede bei der Enthüllung eindrucksvoll dargestellt. Das diese wichtige Geste der Menschlichkeit solange gedauert hat, zeigt, wie schwer der Umgang mit Opfern fällt. Auch dies mahnt uns, dass wir uns der Geschichte erinnern müssen, auch wenn sie unangenehm ist. Jedes Opfer war ein Mensch mit den gleichen unveräußerlichen Rechten wie wir alle sie haben. Die Gräuel, die vom Naziregime geplant und durchgeführt wurden, weil sie sich als höherwertig betrachten, müssen uns gegenwärtig bleiben, damit sich diese zukünftig nicht wiederholen. Dabei soll das Mahnmal auf dem Friedhof in Niederkrüchten helfen. Es gibt den Gräueln einen Namen. Die 5 Frauen wurden 1959 6 Jahre nach der Umbettung auf den Friedhof Niederkrüchten erneut umgebettet und fanden ihre letzte Ruhe auf der Ehrenstätte für sowjetische Kriegstote in Rurberg (Nordeifel).
Wir von der SPD Niederkrüchten rufen zum Gedenken aller Opfer des Nazi-Regimes auf. Unser geschichtliches Erbe gemahnt uns der immer mehr umgreifenden Hasse und Hetzte gegen andere, vermeintlich minderwertige, entschieden entgegen zu treten. In einer Rede wurde die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit der Lösung dafür zitiert: "Seid Menschen" (Link auf YouTube). Diesem Wunsch und diesem Ziel können wir uns nur voll und ganz anschließen.





